Hallo Wolfram,
Wireshark verarbeitet "Packet Capture" Dateien (pcap). Diese kann Wireshark selbst aufnehmen, oder die PCAP-Datei lässt sich mit einem anderen Programm erstellen, z.b. "tcpdump" und dann in Wireshark anschauen.
Aufzeichnen kann man beim Sender (der Kamera), beim Empfänger (der App) oder auf dem Weg dazwischen.
Wenn die App auf einem Android-Handy läuft, welches "gerootet" ist (also auf dem Du Super-User-Rechte hast und eine Kommandozeile öffnen kannst), dann kannst Du dort (auf dem Linux, denn Android ist ja ein Linux-System) das Programm "tcpdump" installieren und versuchen dort die Kommunikation in eine PCAP-Datei mitzuschneiden.
Wenn die Kamera (läuft vielleicht auch mit einem Linux) einen Zugang zu der Kommandozeile hat, dann geht es dort.
Ansonsten auf einem Router auf dem Weg, z.B. ein WLAN-Router mit OpenWRT (auch ein Linux).
ABER: Wenn der Hersteller der Kamera es "korrekt" gemacht hat, dann ist die Kommunikation zwischen Kamera und App (oder wahrscheinlich Kamera - Cloud - App) per TLS (HTTPS) verschlüsselt. Dann "sieht" man im Wireshark nur verschlüsselte Pakete, das hilft nicht weiter.
Dann kann es sein das der Hersteller das Zertifikats-Pinning nicht korrekt implementiert hat, man sich also als "Men-in-the-Middle" Proxy (MitM) dazwischenmogeln kann, indem man die Pakete abfängt und selbst mit einem Proxy-Programm (und eigenem Zertifikat) behauptet die App oder die Cloud zu sein. Da man aber nicht das "echte" Zertifikat der App oder der Cloud hat, muss man darauf hoffen das die Entwickler zu faul waren die Zertifikate richtig zu prüfen (ist oft leider so).
Das ganze ist aber nicht trivial, das ist schon "erweiterte Netzwerk-Forensik".
Wenn MitM nicht funktioniert, dann bleibt nur das reverse-engineering (De-Kompilieren) von Firmware der Kamera oder der App. Das ist dann schon echt aufwändig, dann würde ich eher die Kamera wegtun und eine nehmen, die offene Schnittstellen anbietet.
https://mastodon.social/@cstrotm https://abbuc.social